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Schwarzwald

Wissenswertes zum Schwarzwald

Salpeterer: Im Bauernkrieg von 1525, der seinen Anfang in unseren Gebieten nahm, lehnte man sich zum erstenmal gegen Formen der Zwangsherrschaft auf, jedoch ohne Erfolg. Den zweiten Versuch machte man in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts in den Salpetererkriegen von 1729-1751, in Kämpfen, die dem Hotzenvolk ob seiner eigenartigen politisch-republikanischen Ideen schon früh eine besondere Prägung gegeben haben.

Diese revolutionäre Bewegung hat ihren Namen von ihrem Stifter Johann Fridolin Albietz von Buch, der von Beruf Salpetersieder war. Als ein Mann von Rechtschaffenheit, Wahrheits- und Freiheitsliebe nahm er hauptsächlich Anstoß an den damaligen Auswüchsen der Leibeigenschaft und Hörigkeit und an den Ansprüchen des Klosters St. Blasien und des Hauses Österreich. Im Jahre 1719 trat er auf dem Dinggericht zu Remetschwiel offen gegen St. Blasien auf und fand auf dem Hotzenwald überall Anhang und großen Einfluß. Es kam zum Abschluss von sog. “Loskaufverträgen”, in denen sich das Kloster bereit erklärte, “auf alle Leibeigenschaft und deren sämtliche Ausflüsse” bei Bezahlung einer Loskaufsumme von 58000 fl., zahlbar bis 1742 in 5 Raten, zu verzichten. Ähnliche Loskaufverträge wurden auch mit dem Stift Säckingen und mit dem Baron von Zweyer abgeschlossen. Da aber die bereits schon stark belasteten Gemeinden diese Schuldsumme nicht rechtzeitig aufbringen konnten, so erhob sich die Flamme des Aufruhrs immer wieder von neuem; - zum zweiten Male 1738/39 und dann vor allem in den Jahren von 1713 bis 1755. Am 17. September 1745 belagerten die Hotzen sogar Waldshut. Immer wieder mußten die Aufstände mit Waffengewalt niedergeworfen werden. Die Anführer wurden meist hingerichtet oder nach Belgrad oder nach dem Banat verbannt. Durch den Frieden von Preßburg kam der Hotzenwald im Dezember 1805 an das Großherzogtum Baden. Der wirtschaftliche Aufschwung, der nach den napoleonischen Kriegen in Südbaden allgemein einsetzte, brachte durch die Hausindustrie Arbeit und Verdienst. Die Arbeit verscheuchte die Not und brachte dem Volke wieder Frieden, Glück und Wohlstand. Doch die Erinnerung an altes Unrecht lebte unter der Hotzenwälder Bevölkerung auch weiter und trat besonders in den Jahren 1805, 1815 und 1830 in einer gewissen revolutionären Unruhe im Volk, die vom alten “Salpeterergeist” getragen wurde, wieder auf. Die “Salpeterer” traten wieder hervor, doch nahm die Bewegung mehr den Charakter einer religiös-politischen Sekte an, die streng konservativ am alten Herkommen festhielt und jede Erneuerung auf jedem Gebiet ablehnte. Die Sekte besteht heute nicht mehr, doch sind die letzten “Salpeterer” erst in den letzten Jahrzehnten dahingegangen. Je mehr der Hotzenwald in der neuesten Zeit erschlossen wurde, und je mehr er am wirtschaftlichen Fortschritt Anteil nehmen konnte, um so mehr schwand die Erinnerung an düstere und harte Zeiten.

Kultur und Geschichte von Oberharmersbach

Wasserkraft im Harmersbach: 1569 wird ein Bericht veröffentlicht, der "ungefahrlich 27 reder" im Harmersbachtal zählt. Man errichtete am gesamten Lauf Teiche, um das Wasser zu schwellen, über Kanäle auszuleiten und damit Räder anzutreiben (Säger und Müller). Die derart betriebenen Sägewerke waren BAUERNSÄGEN. Hier wurde im Lohnschnitt das Holz verarbeitet. Ähnlich bei den Müllern, die in ihren "Hausmühlen" das Getreide mahlten und Überschüsse an die heimische Bäckerzunft verkauften. Mit den Flößern gab es oft Auseinandersetzungen um die Nutzungsrechte des Wassers.

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